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Planet Schule

Planet Schule

Marie meets Marx | Unterricht

Veröffentlichung:1.1.2026

Das Unterrichtsmedium „Marie meets Marx“ von Planet Schule beschäftigt sich mit den gesellschaftskritischen und philosophischen Überlegungen von Karl Marx und deren Bedeutung für die heutige Lebenswelt. Die Filmreihe greift zentrale Themen wie Arbeit, Ware, Geld, Sein und Bewusstsein sowie gesellschaftlichen Widerstand auf. Anhand gegenwartsbezogener Fragestellungen werden grundlegende Gedanken von Marx verständlich vermittelt und mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen verknüpft. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlichen Abhängigkeiten, menschlicher Freiheit, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung. Das Angebot umfasst verschiedene Filme und ergänzende Unterrichtsmaterialien und richtet sich insbesondere an Lernende der Klassenstufen 9 bis 13. Die Materialien ermöglichen eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen und regen dazu an, das eigene Denken und Handeln im Zusammenhang mit wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen zu reflektieren.

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Die Filmreihe „Marie meets Marx“ eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II, um grundlegende Fragen nach Gerechtigkeit, Menschenwürde, Freiheit, Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenleben zu behandeln. Obwohl das Medium ursprünglich für den Philosophieunterricht konzipiert wurde, bietet es zahlreiche Anknüpfungspunkte an zentrale Themen christlicher Sozialethik und religiöser Bildung. Die gesellschaftskritischen Überlegungen von Karl Marx können mit biblischen Vorstellungen von Gerechtigkeit, der Würde des Menschen und der Verantwortung für benachteiligte Menschen in Beziehung gesetzt werden. Dabei sollen die Lernenden erkennen, dass wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen nicht nur politische oder ökonomische Fragen aufwerfen, sondern auch ethische und religiöse Dimensionen besitzen.

Für den Einstieg in die Unterrichtsarbeit empfiehlt es sich, an die Lebenswelt und die Erfahrungen der Lernenden anzuknüpfen. Fragen wie „Was bedeutet gerechte Arbeit?“, „Warum sind manche Menschen reich und andere arm?“, „Wie beeinflusst Geld unser Leben?“ oder „Welche Verantwortung tragen wir für gesellschaftliche Ungerechtigkeiten?“ ermöglichen einen persönlichen Zugang. Die Lernenden können zunächst eigene Vorstellungen von Gerechtigkeit und einem gelingenden Leben formulieren und diese in Partnergesprächen oder Kleingruppen miteinander vergleichen. Anschließend werden ausgewählte Filmsequenzen eingesetzt, um die Gedanken von Karl Marx kennenzulernen und die zuvor entwickelten Positionen zu hinterfragen. Beobachtungsaufträge helfen dabei, zentrale Aussagen der Filme zu erfassen, wichtige Begriffe zu erschließen und die dargestellten gesellschaftlichen Probleme zu analysieren.

Ein besonderer didaktischer Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich zwischen der Gesellschaftskritik von Karl Marx und der christlichen Soziallehre. Die Lernenden können untersuchen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen marxistischen Vorstellungen von Gerechtigkeit und christlichen Grundüberzeugungen bestehen. Hierfür eignen sich insbesondere biblische Texte wie die Sozialkritik des Propheten Amos, die Seligpreisungen der Bergpredigt in Matthäus 5, die Erzählung vom reichen Mann und dem armen Lazarus in Lukas 16 oder die Beschreibung der Gütergemeinschaft der ersten christlichen Gemeinde in Apostelgeschichte 4. Anhand dieser Texte können die Lernenden herausarbeiten, welche Bedeutung Solidarität, Nächstenliebe, gerechte Verteilung und Verantwortung für andere Menschen innerhalb der biblischen Tradition besitzen. Ergänzend können die Prinzipien der katholischen Soziallehre, insbesondere Personalität, Solidarität, Subsidiarität und Gemeinwohl, sowie sozialethische Positionen der evangelischen Kirche einbezogen werden.

Die Beschäftigung mit dem Thema Arbeit eröffnet weitere religionspädagogische Perspektiven. Ausgehend von Marx' Überlegungen zur Entfremdung können die Lernenden darüber nachdenken, welche Bedeutung Arbeit für die menschliche Identität, die persönliche Selbstverwirklichung und die gesellschaftliche Anerkennung besitzt. Ein Vergleich mit dem christlichen Menschenbild verdeutlicht, dass der Wert eines Menschen nicht ausschließlich durch seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bestimmt wird. Hier bietet sich die Auseinandersetzung mit der biblischen Vorstellung der Gottebenbildlichkeit des Menschen in Genesis 1,26 bis 27 an. Die Lernenden können diskutieren, unter welchen Bedingungen Arbeit menschenwürdig gestaltet werden kann und welche Verantwortung Unternehmen, Politik und Gesellschaft für gerechte Arbeitsbedingungen tragen. Aktuelle Beispiele wie prekäre Beschäftigung, Kinderarbeit, globale Produktionsbedingungen oder soziale Ungleichheit ermöglichen eine lebensnahe Vertiefung.

Auch das Verhältnis von Religion und Gesellschaft kann mithilfe der Filmreihe differenziert betrachtet werden. Die Religionskritik von Karl Marx bietet einen geeigneten Ausgangspunkt, um die gesellschaftliche Funktion von Religion zu untersuchen. Die Lernenden setzen sich mit Marx' Auffassung auseinander, dass Religion unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen zur Stabilisierung ungerechter Verhältnisse beitragen kann. Dieser Position können sie die befreienden und gesellschaftsverändernden Impulse religiöser Traditionen gegenüberstellen. Besonders geeignet sind hierfür Beispiele aus der Befreiungstheologie, das soziale Engagement christlicher Hilfsorganisationen sowie das Wirken religiös motivierter Persönlichkeiten, die sich für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit eingesetzt haben. Ziel ist es, Religion nicht ausschließlich als gesellschaftsstabilisierende oder gesellschaftskritische Kraft darzustellen, sondern ihre unterschiedlichen historischen und gegenwärtigen Wirkungen differenziert zu beurteilen.

Methodisch bietet sich eine Kombination aus Filmanalyse, Textarbeit, kooperativen Lernformen und diskursiven Unterrichtsverfahren an. Die Lernenden können ausgewählte Filmsequenzen anhand strukturierter Beobachtungsbögen untersuchen und anschließend zentrale Aussagen in eigenen Worten zusammenfassen. In arbeitsteiligen Gruppen können sie unterschiedliche Themenfelder wie Arbeit, Konsum, soziale Ungleichheit, Religionskritik und gesellschaftlichen Widerstand bearbeiten. Die Ergebnisse lassen sich in Form von Plakaten, digitalen Präsentationen, Schaubildern oder kurzen Erklärvideos dokumentieren. Besonders gewinnbringend ist eine Gegenüberstellung marxistischer und christlicher Positionen in einer Vergleichstabelle, in der Gemeinsamkeiten, Unterschiede und offene Fragen sichtbar werden.

Für die vertiefende Auseinandersetzung eignen sich außerdem Rollenspiele, philosophische Gespräche, strukturierte Streitgespräche und Podiumsdiskussionen. Dabei können die Lernenden unterschiedliche gesellschaftliche und religiöse Perspektiven übernehmen und beispielsweise darüber diskutieren, ob wirtschaftlicher Wohlstand gerecht verteilt werden sollte, welche Grenzen Eigentum haben darf oder welche Möglichkeiten Einzelne besitzen, gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Eine Diskussion über die Frage „Kann eine Gesellschaft gerecht sein, wenn Menschen unter ungleichen Bedingungen leben?“ fördert die Fähigkeit, ethische Positionen argumentativ zu begründen und unterschiedliche Wertvorstellungen kritisch zu reflektieren.

Für die Sekundarstufe I empfiehlt sich eine stärkere Orientierung an konkreten Alltagserfahrungen und anschaulichen Beispielen aus der Lebenswelt der Lernenden. In der Sekundarstufe II können die theoretischen Grundlagen vertieft und mit komplexeren Fragestellungen der Religionsphilosophie, politischen Ethik und Sozialethik verbunden werden. Hierzu gehören insbesondere die marxistische Religionskritik, das Verhältnis von materiellen Lebensbedingungen und menschlichem Bewusstsein sowie die Frage nach dem Verhältnis von individueller Freiheit und gesellschaftlichen Strukturen.

Als abschließende Lernaufgabe können die Lernenden eine eigene Stellungnahme zu der Frage verfassen, welche Bedeutung die Gesellschaftskritik von Karl Marx für eine christlich verantwortete Gestaltung der Gegenwart besitzt. Alternativ können sie ein eigenes Konzept für eine gerechtere Gesellschaft entwickeln und dieses anhand biblischer Aussagen, christlicher Sozialprinzipien und philosophischer Argumente begründen. Auf diese Weise fördert das Medium nicht nur die Sachkompetenz und die ethische Urteilskompetenz, sondern auch die Dialogfähigkeit, Perspektivübernahme und Handlungskompetenz. Die Lernenden werden dazu angeregt, gesellschaftliche Verhältnisse kritisch wahrzunehmen, eigene Wertvorstellungen zu überprüfen und Möglichkeiten verantwortlichen Handelns zu entwickeln.

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

Planet Schule

21.10.2026

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe I

Planet Schule

21.10.2026

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe I + weitere

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.4 Arbeiten müssen – arbeiten dürfen. Herausforderung für die katholische Soziallehre.

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